Ayakha und die Sterne

Wenn jemand wie Lutz van Dijk nun schon seit zehn Jahren unsere Schule besucht, um über sein Waisenkinderprojekt HOKISA in Masiphumelele zu berichten, einem Township vor Kapstadt/Südafrika, dann fragt man sich unwillkürlich, was wohl das Besondere an dem ist, was er da so erzählt. Die Antwort auf diese Frage gibt beispielsweise Ayakha, einer der Kinder, die in HOKISA ein Zuhause gefunden haben, mit seiner Geschichte:

Seine junge Mutter bringt ihn kurz nach seiner Geburt dorthin, weil er sehr krank ist und sie ihn nicht mehr versorgen kann. Dann verschwindet sie. Jahre später finden sie die Mitarbeiter von HOKISA. Endlich hat Ayakha seine Mama wieder. Immer wieder hat er zuvor allen erzählt, seine Mama komme wieder, eines Tages, davon war er überzeugt. Nun hat sich sein Traum erfüllt- Das Glück dauert jedoch nicht lange. Seine Mutter hat Aids, sie stirbt nur wenige Monate später. Die Trauer des kleinen Kerls ist grenzenlos.

Es berührt die Schülerinnen und Schüler der elften und zwölften Jahrgangsstufe zu hören, wie sich seine Wahlfamilie und seine Freunde um Ayakha kümmern und ihn wieder aufrichten. Sie geben ihm das, was ein Mensch braucht: Liebe und Geborgenheit. Und manchmal hilft dabei sogar eine viel zu große blaue Jacke. In sie kann er sich einhüllen, in ihr kann er schlafen, stammt sie doch von seinem Wahl-Opa. Die Elfer und Zwölfer erspüren auf einmal, was wichtig ist im Leben. Es sind die Menschen, die einen umgeben und denen man vertrauen kann. Sie sind für einen da, an sie kann man sich wenden, wenn man sie braucht.

Lutz van Dijk erzählt die Geschichte Ayakhas ganz behutsam und sehr persönlich. Und so wird das, was er von diesem Jungen erzählt, für die Elfer und Zwölfer zu einer Begegnung der besonderen Art. Sie ergreift sie, sie nimmt sie mit ... nicht nur zu den Kindern in Südafrika, nein, auch zu sich selbst. Erzbischof Desmond Tutu, der HOKISA 2002 eröffnet hat und seitdem begleitet, spricht auch zu ihnen: "Greift nach den Sternen! Nehmt eure Träume ernst!"

Es ist schwer, wenn man seine Mutter verliert. Dank der Menschen, die ihm ein Zuhause geben, kann Ayakha aber wieder träumen. Seine Sterne sind fern ... so nah.

Nachlesen kann man die Geschichte von Ayakha und den anderen Kindern aus HOKISA mit der Rede von Erzbischof Desmond Tutu in:

Lutz van Dijk (Hg.), African Kids. Eine südafrikanische Township-Tour, Peter-Hammer-Verlag, Würzburg (2012), 3. Auflage 2013 (ISBN 978-3-7793-0423-8)

Die Fotos stammen von Ulli Kötteritzsch.

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Stand: 08.01.2021

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