Wir sind mehr! Solidarität statt Ausgrenzung

Am 14. November 2019 war die 95-jährige Journalistin und Schriftstellerin Ruth Weiss zu einem Vortrag an der Erich Kästner-Gesamtschule und stellte zwei Zehner-Klassen einige Passagen aus ihrem Roman "Meine Schwester Sara" vor. In ihm schildert sie einzelne Situationen aus ihrem eigenen Leben, so zum Beispiel die Macht des Apartheidregimes, unter dem sie zu leiden hatte. Sie wurde von dem Lektor, Übersetzer und Literaturwissenschaftler Lutz Kliche begleitet und unterstützt.

Zwei Dinge werden immer mit mir sein! Die Liebe meines Sohnes zu mir und meine zu ihm und zu Afrika. Das ist ein Satz aus dem genannten Roman. Er berichtet von einer Familie, die beschließt, eine deutsche Kriegswaise zu adoptieren. Doch nach einem halben Jahr stellt sich heraus, dass das adoptierte Kind, Sara, eine Jüdin ist. Demzufolge entzieht die ganze Familie Sara die Liebe. Sie schließt sich als Studentin, durch den am eiegenen Leib erlebten Rassismus motiviert, dem Widerstand gegen das nationalistische Apartheidsregime an.

Ruth Weiss ist eine Jahrundertzeugin. Sie floh 1936 mit ihrer jüdischen Familie vor dem "Nazi-Terror" in Deutschland nach Südafrika. Dort erlebte sie als Jugendliche die Anfänge des Apartheidregimes mit und setzte sich früh gegen Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus ein. Nachdem die Journalistin Anfang der 60er Jahre auf einer `schwarzen Liste´ offiziell zur "persona non grata" erklärt worden war, durfte sie nicht mehr nach Südafrika einreisen. In der darauffolgenden Zeit pendelte sie zwischen Europa und Afrika hin und her. Erst im Jahr 1991 wurde sie von dieser Liste gestrichen. Als sie Mitte der 70er Jahre für die Deutsche Welle arbeitete, hatte sie noch große Schwierigkeiten mit den selbstzufriedenen Deutschen, die die Nazi-Zeit gerne vergessen wollten. Dass es im Volk kein Echo gegeben hat, das ist das Verwunderliche, so der Kommentar der Autorin.

Ich finde es besonders bemerkenswert, dass Ruth Weiss die Kulisse Südafrikas und ihr eigenes Leben so einfühlsam und von berührender sprachlicher Schönheit skizziert. Bei der Lesung sagte sie: Auch ich hatte vor einigen Jahren das Lachen verloren. Wenn man bedenkt, dass viele Menschen nach solch einer Kriegserfahrung traumatisiert und reglos sind, ist sie jedoch wieder aufgestanden und hat sich für die Gerechtigkeit eingesetzt.

Auch die Reise der Autorin hat mit einem Schritt begonnen: Man darf niemals Angst haben vor dem, was man tut, wenn es richtig ist. Deshalb fordere ich jeden von euch auf, sich gegen jegliche Form von Rassismus zu stellen; denn jeder hat das Recht, gewaltfrei und friedvoll auf dieser Erde zu leben. Ja, ein friedvolles, gewaltfreies Leben, das uns miteinander verbindet!

Morsal Ahmady, Klasse 10 C (Frau Sproedt)

Fotos: Gerd Schlüter

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 Gymnasiale Oberstufe  Teil I

Informationsveranstaltung: 23.01.2020, 19.00 Uhr

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Hauptgebäude, Pinxtenweg 6-8

 

 

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