Ruth Weiss: Rassismus entgegentreten!

Zeitzeugen, die das Dritte Reich erlebt und den Holocaust überlebt haben, gibt es aus Altersgründen nur noch wenige. Umso erfreulicher ist es, dass sich Ruth Weiss mit ihren 94 Jahren, gemeinsam mit ihrem Verleger Lutz Kliche, auf den Weg gemacht hat, um bei uns an der EKG am 1. Oktober 2018 in den Klassen 9 B, 10 A und 10 D von dieser Zeit und ihren persönlichen Erfahrungen zu erzählen. Als Kind hat sie die Entrechtung unserer jüdischen Mitbürger hautnah miterlebt, bis sie 1936 mit ihren Eltern nach Südafrika entkommen konnte. Dort nahm ihr Leben jedoch eine eigentümliche Wendung, eine, die man nicht jeden Tag erlebt. In Südafrika gehörte sie nämlich auf einmal zur weißen Schicht, die ihrerseits die schwarze Bevölkerung unterdrückte. Sie war in einem Land gelandet, das mit seiner Apartheidspolitik selbst systematisch ein rassistisches Regime aufbaute.

Ruth Weiss und ihre Familie waren gerettet, doch erwarteten die weißen Rassisten nun, dass sie in ihrem neuen Zuhause ihren rassistischen Alltag teilten und sich entsprechend verhielten. Unsere Zeitzeugin erlebte also den Rassismus von beiden Seiten und musste sich darin als Kind zurechtfinden. Das ist ungewöhnlich, und davon hat sie unseren Schülerinnen und Schülern an der EKG erzählt. Kein Wunder, dass sie Südafrika, sobald es ihr möglich war, wieder verlassen hat! Wie sie mit dieser Situation umgegangen ist, das hat sie auch in ihrem Roman "Meine Schwester Sara" niedergelegt, der 2017 bereits in der 14. Auflage erschienen ist (ISBN 978-3-423-62169-4). 

Immer wieder zog Ruth Weiss gegenüber denNeunern und Zehnern Paralellen zur heutigen Zeit, ja, forderte sie Mitmenschlichkeit ein - gegenüber Juden, Muslimen, Flüchtlingen, wem auch immer. 500.00 Juden habe es 1938 in Deutschland gegeben bei einer Einwohnerzahl von etwa 78 Millionen. Da sollen die Juden, wie es die Nazis propagierten, an allem schuld gewesen sein? 2015 sei es eine Million Flüchtlinge gewesen, die in Deutschland Schutz suchten. Das sei in der Tat eine große Zahl. Aber bei einer Einwohnerzahl von etwa 83 Millionen? Da seien wir, wie die rechten Medien behaupten, "überschwemmt" worden? Das kann nicht sein! Ruth Weiss forderte dazu auf, die Integrationsprobleme mutig anzugehen und zu lösen. Da seien Flüchtlinge wie Einheimische gefordert. Und natürlich müssten auch die Fluchtursachen wirksam bekämpft werden!

Klar wurde, dass Rassismus nicht einfach ein gesellschaftliches Problem ist, sondern ein zutiefst menschliches, das jeden von uns betrifft. Wir alle sind persönlich gefordert!

Ortrud Derich mit ihrer Klasse 9 B

Ela Stüwe mit ihrer Klasse 10 A

Timo Walter mit seiner Klasse 10 D

 

 

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