Begegnung mit Tayfun Demir

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Es ist Herbst, die Zeit, in der in Essen das Literaturfestival LITERATÜRK seine Kreise zieht. Auch bei uns an der EKG. Diesmal war Tayfun Demir unser Gast, ein deutsch-türkischer Autor, der 1950 an der persisch-türkischen Grenze geboren wurde, in Istanbul aufwuchs, 1976 nach Deutschland einwanderte und seitdem in Duisburg zu Hause ist. Jedenfalls ist Duisburg eine der Städte, in denen er sich zu Hause fühlt. Er stellte unseren Elfern am 26. Oktober 2015 seine Autobiografie "Der rastlose Gast" vor, die gerade erschienen ist. Es ist ein Buch, das seinen Weg von der Türkei ins Ruhrgebiet nachzeichnet. Es erzählt von seinem Leben in der Türkei. von seinem politischen Engagement, von den Repressalien, denen er ausgesetzt war, die ihn schließlich nach Deutschland führten. Ein Autor zwischen der türkischen und der deutschen Sprache, zwischen der türkischen und der deutschen Kultur. Oder dem, was man landläufig dafür hält.

 

Und die Elfer? Für manche von ihnen war es ganz offensichtlich die erste direkte Begegnung mit einem Schriftsteller. Er stellte auch sie in Frage: Was sind eure Sprachen? Wo seid ihr zu Hause? Wo ist eure Heimat? Gibt es vielleicht einen Plural von "Heimat"? Kann man gleichzeitig in mehreren Städten oder Ländern seine Heimat haben?

Autobiografisches Schreiben, und dann auch noch im Wechselspiel zwischen den Kulturen! Das bot Anlass, noch einmal genauer darüber nachzudenken, wo man selber steht und was das bedeutet.

 

Ein großes Dankeschön Tayfun Demir und unseren Kooperationspartnern, dem Kulturzentrum Grend und LITERATÜRK, vertreten durch Anja Meerschiff und Johannes Brackmann!

Tayfun Demir: Der rastlose Gast, Edition Dialog, Duisburg 2015

 

Fotos: Gerd Schlüter