Flucht in den Berg

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Am Montag, den 19. Mai 2014, war der Schriftsteller Heinrich Peuckmann bei uns zu Gast. Er hat in der Klasse 7 F und in dem E-Kurs Deutsch von Frau Schönfeld im 9. Jahrgang seinen Roman "Flucht in den Berg" vorgestellt und mit den Jugendlichen über seine literarische Arbeit gesprochen. Heinrich Peuckmann ist ein bekannter Schriftsteller und zurzeit Mitglied im Präsidium des PEN-Zentrums Deutschland (Poets, Essayists, Novellists), dem größten Zusammenschluss von Autoren Deutschlands und weltweit. Er schreibt Erzählungen, Krimis und Gedichte für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Zu Hause ist er in Kamen (NRW).

Die Begegnung mit Heinrich Peuckmann war interessant, gab er doch sehr persönlich Auskunft über seine Arbeit und sein Leben als Schriftsteller. Er erzählte, dass seine Romane in unserer Realität spielen und dass sie darin eingebunden sind: in der Zeche, auf dem Fußballplatz, Im Zoo oder sonstwo. Oft befragt er Zeitzeugen und Fachleute, damit er das, was wirklich wirklich ist, auch richtig darstellen kann. Das gilt auch für den Roman "Flucht in den Berg". Für ihn ist er sogar in ein Bergwerk eingefahren und hat sich alles von den Kumpels dort erzählen lassen. Auf diese Weise hat er persönlich einen Eindruck gewonnen, wie es unter Tage ist, hinderte Meter unter der Erde. Er hat es am eigenenLeib gespürt, wie heiß und stickig es da ist und was es heißt, eine Weile dort bleiben zu müssen. Auf diese Weise wird für Heinrich Peuckmann unsere Wirklichkeit zum literarischen Stoff. Sie bildet den Hintergrund für seine Geschichten. 

"Flucht in den Berg" spielt in der Nazizeit am Ende des zweiten Weltkrieges. Die Personen, um die es hier geht, sind der Lehrer Breuer, Rudi und sein Vater Heinrich Littke. Lehrer Breuer ist ein waschechter Nazi, der bis in die letzten Kriegstage hinein Kritik an Adolf Hitler brutal unterbindet. Rudi, sein Schüler, hat unter ihm zu leiden. Er lernt es jedoch langsam, sich und andere nicht zu gefährden. Heinrich Likke wiederum verteidigt seinen Sohn Rudi und riskiert dadurch sein Leben. Neben ihm gibt es noch Alfred Simon und seine Kumpel, die Rudis Vater helfen, die Wochen bis zum Kriegsende unter Tage zu überleben.

Der Roman ist spannend, weil er erzählt, wie Menschen Zivilcourage zeigen und einander helfen, um zu überleben, und zwar ohne viel zu fragen. Sehr schön ist dabei der Perspektivwechsel von Rudi über Tage hin zu den Bergleuten unter Tage. Dinge aus der Perspektive eines anderen zu sehen und verstehen zu lernen, ist sicherlich etwas, das auch in unserem realen Leben ganz wichtig ist. Oder?

Bedanken möchten wir uns ganz herzlich bei Herrn Peuckmann für diese beiden interessanten Lesungen und beim Verein zur Förderung der Kinder- und Jugendliteratur in Essen, namentlich bei Frau Kühn, die diese Lesereise für uns organisiert hat.

Weitere Infos zu Heinrich Peuckmann findet man z. B. unter www.heinrich-peuckmann.de/.