Ein schöner Ausklang

"Was aus diesen vielen Stunden im Grend geworden ist, hätte wohl niemand gedacht!" Diese Aussage stammt von Jan Kurowski, einem der Teilnehmer an dem Literaturprojekt der Robert Bosch Stiftung "Viele Kulturen - eine Sprache". Sie ist wohl symptomatisch für das, was sich entwickelt, wenn ein anerkannter Lyriker, Literaturvermittler und Schreibwerkstättenleiter wie José F. A. Oliver mit Jugendlichen zusammenarbeitet. Fünf harte Monate sind es gewesen, jeden Monat vier Tage. Und dabei immer wieder neue Aufgaben und neue Herausforderungen. Immer wieder die Auseinandersetzung mit sich selbst und der eigenen Sprache. Immer wieder die Beschäftigung mit unserer literarischen Tradition, um von ihr zu lernen. Bertolt Brecht, Gottfried Benn und Paul Celan lassen grüßen. Herausgekommen ist bei diesem Projekt letztlich ein kleines Büchlein mit Texten und Fotos, darunter Notate, erste Verdichtungen und so manches richtige Gedicht. Das Thema: Die Worte - die Dinge; die Dinge - die Worte.

 

Am Dienstag, den 25. Februar 2014, wurde das Projekt abgeschlossen. Und noch einmal gab es einen "großen Bahnhof" mit Gästen, die sehen wollten, was da so im Laufe der Zeit entstanden war. Unsere Schulleiterin Frau Brauckhoff-Zaum dankte den Beteiligten für ihr Engagement, allen voran Herrn Oliver. Wie sehr seine Arbeit geschätzt werde, würde schon daran deutlich, dass sein Name an der Schule Bestandteil eines Abiturfaches geworden sei. Das gebe es sonst noch nicht so oft. Die multikulturelle Kooperation baue Brücken, setze Impulse und entwickle Kreativität. Auf diese Weise könnten Identitäten bewusst gemacht und gestaltet werden. Herr Sachau, der Organisator des Ganzen für die ChamissoRuhr, richtete den Blick zurück auf die Anfänge. Er erzählte, wie die Robert Bosch Stiftung überhaupt dazu kam, die Literaturarbeit im Ruhrgebiet nach vorne zu bringen. Herr Brackmann wiederum, der Leiter vom Kulturzentrum Grend in Essen, äußerte in seinem Statement sein Erstaunen darüber, wie sehr das von ihm geleitete Kulturzentrum auf einmal schulische Qualitäten entwickelt habe, gerade weil es Arbeitsmöglichkeiten biete, die Schule sonst nicht bieten könne. Herr Jelinek, der Erste Bürgermeister der Stadt Essen, schließlich gratulierte den Schülerinnen und Schülern für das, was sie erreicht hatten. Es sei ungewöhnlich, sie sollten diesen Schatz nutzen. "Hallo, Moritz! Ja, anders in Essen, ja" vom ersten Projekt lasse grüßen! Er dankte der Robert Bosch Stiftung als Vertreter der Stadt Essen für ihr Engagement. Es sei erfreulich, dass sie die Zusammenarbeit mit allen fünf Schulen in Essen, Duisburg, Gelsenkirchen, Recklinghausen und Dortmund fortsetzen und zu einer regelmäßigen Einrichtung machen wolle!

 

Am Ende der Veranstaltung trugen die Jungautorinnen und -autoren ihr Projekt symbolisch in die Klassen und informierten sie darüber, was sie gelernt und geleistet hatten. Ein schöner Ausklang war das, konnte doch dadurch gezeigt werden, dass diese Kulturarbeit an der Erich Kästner-Gesamtschule die ganze Schule und letztlich alle von ihr profitieren.

Und José F. A. Oliver? Er brachte das, was in dieser engen Zusammenarbeit mit unseren Schülerinnen und Schülern entstanden war, auf den Punkt. Er zitierte sinngemäß Octavio Paz, dass jedes Gedicht, das fertiggestellt werde, der Entwurf eines neuen sei. Das ist sicherlich auch ein schönes Sinnbild für das, was bei den Jugendlichen entsteht und worauf wir uns bei der Fortsetzung dieser Zusammenarbeit als Schule freuen dürfen. Was Janina Modler, eine weitere Jungautorin, am Ende der Veranstaltung erklärte, trifft deshalb auf alle Beteiligten zu: "Das Buchprojekt hat uns verändert. Wir haben viel über uns gelernt. Wir haben viele Erfahrungen sammeln können, die uns in der Schule und sonst im Leben weiterbringen." Wir freuen uns und sind gespannt!

Fotos: Hartmut Salmen

Free Joomla templates by L.THEME