Stadtlyrik

Jahrgang 9 – Deutsch-E-Kurs – Frau Skorka

Im Rahmen einer Unterrichtsreihe zum Thema „Stadtlyrik“ entwarfen die Schülerinnen und Schüler angelehnt an das Gedicht „Ich höre Istanbul“ von Orhan Veli (1941) Parallelgedichte zu einer Stadt oder einem Land ihrer Wahl. Einige ausgewählte Gedichte werden hier vorgestellt – genießt die Urlaubsgefühle in Portugal, den Alltag in Essen oder die berührenden Worte über Damaskus.



Asmaa Al-Azamah (9A)
Nostalgie für Damaskus – Damaskus früher
Ich höre meine Stadt, meine Augen geschlossen.
Am frühen Morgen, atme tief ein,
und lasse die saubere Luft in deine Lungen rein.
Schau dir die Leute an, die zur Moschee gehen,
und lade die Nachbarin zu einer Kaffeetasse ein.
Ich höre meine Stadt, meine Augen geschlossen.
Ich höre meine Stadt, meine Augen geschlossen.
Ein leichter Wind weht
und zum Einlaufen los geht’s,
die alten Straßen sind voll,
die Verkäufer schreien laut „Kommt!“
„Komm, für dich meine Schwester ein besonderes Angebot.“
Ich höre meine Stadt, meine Augen geschlossen.
Ich höre meine Stadt, meine Augen geschlossen.
Ich rieche den besten Geruch in meinem Leben,
Ich rieche den Jasmin.
Ich sehe die beste Aussicht meines Lebens.
Ich gucke vom Berg Qassion.
Ich sehe den Fluss Barada und die Olivenaine.
Ich höre meine Stadt, meine Augen geschlossen.
Ich höre meine Stadt, meine Augen geschlossen.
Alle sind hilfsbereit und lieben einander,
Jeder ist zufrieden und lebt in Frieden.
Alle leben in Sicherheit.
Ich höre meine Stadt, meine Augen geschlossen.
Ich höre meine Stadt, meine Augen geschlossen.
Was kann ich dir noch erzählen,
in Damaskus gibt’s alles Schönes.
Ich kann dir nicht alles erwähnen,
denn die Wörter werden nicht ausreichen.
Betrachte die funkelnden Sterne und den leuchtenden Mond
und sag : „Gute Nacht, Damaskus!“
Ich höre mein Damaskus, meine Augen geschlossen.

Lena Kalthoff (9D)
Essen
Ich rieche Essen in Essen.
Es riecht sehr lecker,
damals gab es noch Schlecker.
Es ist recht laut,
denn der Architekt baut.
Ich rieche Essen in Essen.
Ich rieche Essen in Essen.
Im Grugapark wachsen bunte Blumen,
alle haben kein Datenvolumen.
Am Boden kleben die Kaugummis,
in der Schule nutzen die die Radiergummis.
Ich rieche Essen in Essen.
Ich rieche Essen in Essen.
Die U-Bahn fährt in den Hauptbahnhof,
ich finde den Müll in der U-Bahn doof.
Es gibt sehr viel Stau,
Der Himmel in Essen wird grau.
Ich rieche Essen in Essen.

Cheyenne Kühne (9A)
Spruch aus der Ferne
Komm, genieß mit mir den Sonnenuntergang!
Wir spazieren an den schönsten Stränden Portugals.
Es fegt der Wind übers Meer,
der Sonnenuntergang spiegelt sich darin.
Nimm meine Hand, wir laufen Richtung Sonnenuntergang.
Komm, genieß mit mir den Sonnenuntergang!
Komm, genieß mit mir den Sonnenuntergang!
Komm, wir gehen zum Basar.
Such dir die schönsten Perlen Portugals aus.
Lass uns essen gehen in den besten Restaurants.
Such dir dein Lieblingsessen aus und ich kaufe es dir.
Komm, genieß mit mir den Sonnenuntergang!
Komm, genieß mit mir den Sonnenuntergang!
Wir liegen im 17. Stock auf der Dachterrasse.
Es ist so leise, dass wir das Meer rauschen hören.
Wir schauen zusammen Hand in Hand in den Sternenhimmel.
Ich gehe dir die Decke, damit dir nicht kalt wird.
Komm, genieß mit mir den Sonnenuntergang!

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