Das gute Klima an der EKG

Ausstellung "Energie-Dschungel"

Das gute Klima an der EKG

An der Erich Kästner-Gesamtschule herrscht ein gutes Klima titelte der Steeler Kurier im November 2005, und das ist durchaus wahr. In erster Linie liegt das zur Zeit an der Ausstellung „Energiedschungel“ ( Vamos e.V. Münster ), die vom 4. – 19.11.2005 auf Initiative von Uli Kötteritzsch und Dirk Kinzius in der Schule zu sehen war. Sie setzt sich kritisch mit der Ölförderung im Regenwald auseinander und klärt darüber auf, warum diese so problematisch ist.

Um was es dabei geht, ist wirklich starker Tobak. Die Ölförderung zerstört nämlich den Lebensraum der Ureinwohner. Systematisch werden die Indigenen enteignet, damit die Bodenschätze erschlossen werden können. Ihr Gebiet wird unter den Ölkonzernen und Konsortien aufgeteilt, der Regenwald abgeholzt. Ein weiteres Problem der Ölförderung: die starke Umweltverschmutzung durch den Einsatz von Chemikalien beim Förderbetrieb und durch die Lecks, die immer wieder an den Pipelines entstehen. Und noch schlimmer: Die Ölförderung gefährdet das Weltklima, weil der Regenwald die „grüne Lunge“ der Erde ist. Er ist unwiederbringlich verloren, wenn er abgeholzt wird. Und das geschieht zur Zeit fußballfelderweit im Minutentakt.
Wie dramatisch die Entwicklung ist, dokumentierte den Jugendlichen besonders eindrucksvoll Martin Fliegner von Geoscopia mit einer Satellitenübertragung aus dem Weltall direkt ins Klassenzimmer. Der geostationäre Satellit Meteosat 8 auf 0° Länge und 0° Breite in etwa 36.000 Kilometer Höhe macht `s möglich. Und so konnten die Schülerinnen und Schüler sehr konkret sehen, wo auf unserer Welt gerade welche Wetterverhältnisse sind, welche Temperaturen dort herrschen und wie sich unser Klima durch den Treibhauseffekt verändert. In fliegendem Wechsel reiste Martin Fliegner mit ihnen vom Nordpol in die Wüste, dann weiter in den Regenwald und wieder zurück aufs Meer. Von Westen nach Osten. Von Norden nach Süden. Immer wieder auch im Vergleich mit älteren Fotos. Natürlich durfte dabei auch Hurricane Kathrina nicht fehlen, der gerade erst New Orleans heimgesucht und gewaltige Schäden verursacht hatte. Jetzt konnte man verstehen, was da alles passiert war und warum.

Bild links: Martin Fliegner mit Schulleiter Leo van Treeck

Beklemmend war jedoch vor allem zu sehen, wie der Regenwald abgeholzt wird, wo überall Schneisen in den Urwald führen und welche Flächen bereits abgeholzt sind. Mit diesen Dimensionen hatte keiner gerechnet. Es ging aber noch weiter. Jemand fragte nach, was das für rote Stellen im Regenwald seien. Richtig. Es war unglaublich: die Schülerinnen und Schüler konnten per Satellit direkt bei der Brandrodung zusehen.
Die Fotos machten sprachlos und forderten zum Handeln auf. Wie soll in Zukunft Energie gewonnen werden, die wir benötigen? Was ist begrenzt, was ist unbegrenzt verfügbar? Wie gehen wir verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen um?
Ein Unterricht, der zum globalen Schaufenster wurde und mitten im eigenen Leben mündete. Wenn das Schule macht ...