„Das war voll cool
– ich will auch Verleger werden!“

... und wenige Wochen später gibt es schon die Buchpremiere!

Diesen spontanen Ausspruch einer Schülerin aus der Klasse 6E kann man nur zu gut verstehen, wenn man zuvor zwei Schulstunden Alfred Büngen erleben konnte, der den Schülerinnen und Schülern der Klasse 6E nicht nur in Aussicht stellte, dass „sein“ Geest-Verlag in wenigen Wochen sie alle als Autoren einer weiteren Buchveröffentlichung der EKG begrüßen wird, sondern der ihnen mal eben erklärte, was das eigentlich ist: ein Verleger.
Ein scheinbar ganz spontanes Planspiel und schon war die Klasse gebannt. „Du bist jetzt mal der Verleger für Sportangelegenheiten. Und du interessierst dich sehr für den Computer und für Jugendliteratur!“
„Was macht ihr jetzt als Verleger, was machen die Autoren?“

„So, dem nächsten Autor gibst du dann also bereits eine andere Antwort, wenn er nach seinem Manuskript fragt – wie viele Lektoren willst du denn demnach einstellen, um täglich zwanzig Manuskripte zu bewältigen?“

Da staunte eine Klasse und selbst marktwirtschaftliche Fragen, wie man denn ein Buch finanzieren kann, waren fühlbar für alle ein ernstzunehmendes Problem. Spielerisch, aber mit der authentischen Autorität eines Menschen, der scheinbar ausgesprochen gerne tut, was er da tut, wurden alle Fragen ausgesprochen kindgerecht beantwortet, die sich stellen, ehe dann tatsächlich ein Buch veröffentlicht wird.

Mit viel Witz, mit viel Einlassung auf die teils sehr humorvollen Entgegnungen der Kinder blieb Alfred Büngen ganz ein professioneller Besucher, wie man ihn sich als Deutsch-Lehrer, der zum Lesen und zum Schreiben „verführen“ will, nur wünschen kann. Und der baldige Abschluss des diesjährigen „Autorenprojekts“ verspricht in eine Premierenlesung zu münden, die vor allem diejenigen nachhaltig für das Schreiben und das Lesen begeistert hat, die dann erstmals aus ihren eigenen Büchern als Autor und Autorin vorlesen können.

Peter Gutsche

Alfred Büngen mit 6er-Schülern

Es war das richtige Leben

Ganze anders und doch genauso intensiv verlief der Besuch von Alfred Büngen bei den 12ern. Sie reagierten sehr viel verhaltener und, den Reaktionen zufolge, auch sehr viel bewusster als die Sechser auf das, was er ihnen da vorstellte. Sie schauten über den Tellerrand hinaus: Es sind ihre Texte, die veröffentlicht werden sollen und die von jedem gelesen und beurteilt werden können. Das beschäftigte so manchen. Was bedeutet das für mich? Wie gehe ich mit den Reaktionen um? Mit den positiven? Mit den negativen? Kann ich zu dem Text und zu mir stehen?

Fragen über Fragen, die auf eine Antwort warten, und ein Risiko, das die 12er mit dem Verleger teilen! Dabei können sie jetzt bereits schon richtig stolz auf ihre Leistung sein. Denn welcher Verleger geht schon das Risiko ein, Schülertexte zu veröffentlichen? Da haben sie schon eine Menge erreicht

Es war das richtige Leben, das bei dem Besuch von Alfred Büngen über den 12ern hereinbrach, und dem müssen sie sich stellen. Das verdeutlichte er ihnen auch, indem er mit ihnen gemeinsam die Druckkostenkalkulation für ihr Buch erarbeitete. Welche Arbeitsschritte müssen sie bedenken? Welche Kosten entstehen? Was gibt es an Fixkosten? Wo haben sie einen finanziellen Spielraum? Wie ist die Kosten-Nutzen-Rechnung für das Marketing? Vieles muss bedacht werden, um  wirklich erfolgreich zu sein. Ein hartes Geschäft also, bei dem es auf die Genauigkeit ankommt! Und darauf, dass man mit Mut und Selbstvertrauen die notwendigen Schritte geht. Jetzt warten die 12er gespannt auf die Druckfahnen, um ihre Texte noch einmal zu überprüfen und mit den Verantwortlichen zu besprechen, was vielleicht verbessert oder verändert werden soll.

Ein Buchprojekt, das nicht auf eine ungewisse Zukunft vorbereitet, sondern den Jugendlichen einen innerhalb der Schule einen Ansatz bietet, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und aktiv zu gestalten.  

artur nickel

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