Spuren von Menschlichkeit:
Essen 33 - 45

Eine Ausstellung zeigten wir im Zusammenhang mit dem Besuch von ehemaligen Zwangsarbeitern an unserer Schule. Sie richtete sich an alle Schülerinnen und Schüler und rückte Menschen aus Essen in den Mittelpunkt, die während des Dritten Reiches, soweit dokumentiert, wenigstens ansatzweise einmal (mit-)menschlich gehandelt haben. Erstaunlich war es zu sehen, dass es nicht immer der großen Heldentaten bedurfte, um seine Menschlichkeit unter Beweis zu stellen. Kleine Gesten sind es manchmal nur, die Spuren hinterlassen haben, auch wenn sie den Ablauf der Geschichte nicht änderten. Das wirkte beispielhaft.
Beispielhaft erschien uns z.B. das Leben des Essener Schusters Gaudig. Zivilcourage zu zeigen, bedeutet, die eigene Überzeugung zu vertreten. Das tat er auf seine Weise.

Er war wegen politischer Tätigkeit verhaftet und in das KZ Börgermoor eingeliefert worden.

Als er 1935 entlassen wurde, schmuggelte er in seiner Schuhsohle das Lied von den Moorsoldaten heraus, das dort gedichtet worden war. Das Lied wurde weltweit verbreitet und dokumentiert das Leiden der KZ-Häftlinge im KZ Börgermoor und anderswo.

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