Fremd und doch daheim?!| Eine gute Lesung war das heute am 27.8.2006 im Essener Grillo - Theater im Rahmen des Festivals "Essen. Original". Sie wurde vom Essener Lesebündnis veranstaltet. Die "Heldenbar" war voll besetzt, als Schülerinnen und Schüler aus dem im vergangenen Herbst vorgestellten Buch Fremd und doch daheim?! vorlasen. | |||||||||||||
| neugeboren an einem ort fremd bin ich hier hier wo ich bin wo bin ich denn an einem ort wo menschen reden reden über das fremd sein hier in essen an einem ort in einer stadt in einem land welches mir insgeheim fremd ist leute hier reden und verhalten sich anders die art so zu schauen sich so zu benehmen ist mir fremd und erscheint mir böse warum werfen viele einen kleinen bösen blick auf andere menschen auf neugeborene und jugendliche sind wir nicht alle irgendwo irgendwann neugeborene neugeborene an einem ort wo menschen laut in einem kauderwelsch sprechen haben wir mal laut und in der eigenen sprache gesprochen so heißt es sprecht gefälligst auf deutsch ihr seid hier in deutschland und nicht bei euch zu Hause ach zu hause nun sollen wir uns doch nicht hier wohl fühlen man versteht weder die leute hier noch die politiker die uns versprechen alles in eurer angelegenheit wird besser besser in welcher hinsicht dass es den menschen trotz allem was sie bekommen nicht besser geht warum frage ich mich da es gibt vieles was uns mit den leuten hier verbindet aber auch vieles was uns nicht miteinander verbindet und genau das sollten wir zusammen nutzen nicht immer voll neid auf den anderen gucken lieber gemeinsam arbeiten lachen und zusammen sein und die gemeinsamen erfolge sehen damit wir zusammen von anderen beneidet werden ich selbst bin aus dem irak spürte und spüre noch immer einige dinge die ich erwähnt habe es ist sehr traurig die lage die uns hier erwartet echt schwer für uns aber das können die menschen hier nicht verstehen wie wir uns fühlen trotz der liebe von freunden oder familie in manchen situationen fühle ich mich einsam auch mit freunden aber warum stellt sich mir die frage heißt es nicht immer freunde mit ihnen vergeht die zeit im nu Hadel Alshahwani (16 Jahre) |
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| Viele junge und alte Menschen waren gekommen, das Buch "Fremd und doch daheim?! zog sie in ihren Bann. Sie wollten hören, wie sich Kinder und Jugendliche in ihrer Stadt fühlen und wie sie sich in ihr zurechtfinden. Das Buch hatte in den vergangenen Monaten Aufsehen erregt, war es doch von den USA bis Kasachstan in der Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen worden. Stellvertretend lasen Annika Conrad, Veronika Effling, Charlotte Peters und Hadel Alshahwani. Sie hatten ihren Zuhörern etwas zu sagen, das zeigte die anschließende Diskussion. Immer wieder wurde die Frage gestellt, ob Jugendliche heute noch Hoffnungen haben oder ob sie schon ganz resigniert sind. Hadel Alshahwani hat da mit ihrem nebenstehenden Text die im Moment passende Antwort gefunden. |
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| Der Dialog mit den Kindern und Jugendlichen in Essen hat zweifelsohne begonnen. Er macht auch viele andere Städte und Gemeinden neugierig. Sie fragen nach und knüpfen Kontakte. Auch heute in Essen. Im Grillo - Theater. In der Heldenbar. Das Buch "Fremd und doch daheim?!" wird bei einer Ausstellung zum Thema Integration in Herten, die im September eröffnet wird, eine wichtige Rolle spielen. Was in Essen passiert, ist beispielhaft und nachahmenswert. Jetzt gilt es, die Chance zu nutzen!
artur nickel |
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