Rechte Gespenster

Am 12.2.2003 besuchte uns der Ex-Neonazi Jörg Fischer, um uns einen Einblick in die Denk- und Arbeitsweise rechtsradikaler Parteien und Gruppen zu geben. Er selbst wurde mit 13 Jahren von einem Beamten des Versorgungsamtes in Nürnberg, der gleichzeitig im NPD-Vorstand war, angesprochen und für die Jungen Nationaldemokraten angeworben. Danach begann seine Karriere als Funktionär der NPD und der Deutschen Volksunion. Schließlich war er sogar Redakteur der National-Zeitung von Gerhard Frey, einem „Aushängeschild“ der rechten Szene.
Jörg Fischer weiß, wie Rechtsradikale ihre Gefolgsleute rekrutieren und missbrauchen. Die Kiste Freibier unter „Kameraden“ sei das Einstiegsgeschenk, dann folge schleichend die politische Indoktrination. Am Ende stehe die Einbindung in die sektenähnlichen Strukturen einer rechtsradikalen Gruppe – eine Freund-Feind-Bild, in dem Andersdenkende keinen Platz haben.
9 Jahre lang hat sich Jörg Fischer aus leitender Position heraus an diesen Machenschaften beteiligt und Jugendliche für die rechte Szene angeworben. Dann kam der Ausstieg. Die fremdenfeindlichen Progrome 1991 und seine eigene Homosexualität brachten ihn dazu.
Das alles bot viel Diskussionsstoff.

Jugendliche brauchen heute ....

  • menschliche Wärme und persönliche Anerkennung;
  • Leute, die sie ernst nehmen und ihnen Selbstvertrauen geben;

  • Kontakte, die trotz allen Streits nicht abbrechen;

  • „Brücken“, auf denen sie echten Freunden begegnen;

  • Unterstützung auf dem Weg zu sich selbst;

  • eine funktionierende demokratische Jugendkultur

    mit vielfältigenFreizeitangeboten und toleranten Ansprechpartnern.
Aussteiger sind Menschen mit Courage und ....
  • sehen den Widerspruch zwischen der Ideologie und der Lebensweise von Rechtsradikalen;
  • erkennen, dass die „Kameradschaft“ vorgetäuscht ist;
  • verstecken sich nicht mehr feige in der Masse;
  • „funktionieren“ nicht mehr;
  • entdecken ihr persönliches Selbstwertgefühl;
  • ziehen Konsequenzen und steigen aus.

zurück
zu
KulturGespräch