Reisen a la cubana

Kubanisch-deutscher Kulturaustausch

Wer aus seinem Heimatland flieht, hat zumeist eine Odyssee hinter sich. Er hat aber auch eine vor sich. Das zeigt das Theaterstück Reisen á la cubana, eine Produktion von Eddy Sokorro/Havanna mit Olaf Reitz/Wuppertal in der Hauptrolle.

Es handelt von dem kubanischen Zahnarzt Dr. Stalin Martinez, der beschließt, auf dem Schlauch eines LKW-Reifens über das Meer nach Miami zu fliehen. Er flieht vor der Unerträglichkeit seines Alltags, doch wird seine Flucht zu einer Reise zu sich selbst. Er erfährt zum ersten Mal in seinem Leben Freiheit und muss diese ertragen. Dieses Abenteuer wird zu einem Wendepunkt in seinem Leben. Den ersten Flüchen folgt ein Bitten und Flehen, dann ein Flüstern. Die Reflexion über das eigene Dasein wird zur Fessel, sie mündet schließlich in eine Katastrophe.

Dass diese Flucht kein bloßes Spiel ist, zeigt die Realität. Seit 1980 machten sich Hunderte Kubaner – die sogenannten „Balseros – auf die gefährliche Reise durchs haiverseuchte Wasser nach Miami. Doch nicht nur nach Miami fliehen Menschen, auch nach Europa, nach Deutschland. Und so thematisiert Reisen á la cubana sehr grundsätzlich das Moment von Flucht und die Frage nach dem „Wohin?“. Eine Frage, die jeden betrifft, auch den, der „nur“ innerlich Fluchtwege geht.

Reisen á la cubana ist nach der bundesweit erfolgreichen ersten Produktion Che der zweite Teil der Trilogie eines kubanisch – deutschen Kulturaustausches.

Projektbericht von Dr. Artur Nickel

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Eine Kooperation mit dem Grend-Bildungswerk und dem School-Pool Eine Welt, Essen

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