EKG

Erich Kästner-Gesamtschule • Essen

  • Schrift vergrößern
  • Standard Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Chile besucht die EGK

Drucken

 

Chile besucht die EGK

Sprachprojekt Spanisch Klasse 13

Am 9. September hatten die Spanischkurse des 13. Jahrganges (Frau Casella) Besuch von einer Delegation aus Chile. Drei Chilenen besuchten Deutschland im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres und nahmen an einem internationalen Seminar der evangelischen Kirche zum Thema „Gewalt überwinden –für eine Kultur der Versöhnung“ teil.

Der Kontakt zur Schule kam zu Stande durch Volkmar Bischoff. Er arbeitet seit einigen Jahren beim „Forum für internationale Friedensarbeit e.V.“ mit. Diese Organisation entsendet seit 20 Jahren Freiwillige nach Chile (genauer nach San Felipe nördlich von Santiago), die dort für ein Jahr in sozialen Projekten arbeiten. Die Leiter bzw. Mitarbeiter dieser Projekte waren nun nach Deutschland gekommen und wurden eingeladen, mit den Schülern über Südamerika, insbesondere über die politische, wirtschaftliche und soziale Situation in Chile ins Gespräch zu kommen. Zwei der drei Besucher sprechen kein Wort Deutsch, so dass zwei Stunden lang ausschließlich spanisch gesprochen wurde.

 

Zunächst ging Mario Sotollichio, der Projektleiter in Chile, auf die geografischen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Besonderheiten des Landes ein. In vielen Fragestellungen und Umschreibungen konnte er immer wieder die Schüler in den Vortrag einbeziehen und sich vergewissern, dass sie den Worten folgen konnten. Eindrucksvoll berichtete er auch über seine persönliche Verfolgung, Inhaftierung und Folterung während der Pinochet-Diktatur und schließlich seine Ausweisung aus Chile, die ihn 1976 nach Essen führte. Er konnte hier studieren und als Diplompädagoge später auch arbeiten und erste Erfahrungen in der Heimerziehung machen. Zusammen mit Studenten wurde damals das „Forum für internationale Friedensarbeit“ gegründet. Als Mario dann 1990 wieder zurück nach Chile konnte, rief er in San Felipe die „Casa Walter Zielke“ ins Leben, in der Jungen und junge Männer aus schwierigen sozialen Verhältnissen leben, zur Schule gehen und nach Möglichkeit zu Schulabschlüssen geführt werden.

 

An dieser Stelle übernahm Mauricio Jadue das Wort und schilderte ausführlich den Tagesablauf in der Casa, die Situation der Jugendlichen, Erfolge und Misserfolge beim Versuch, den Jugendlichen Perspektiven für ihr weiteres Leben zu vermitteln. Anschließend berichtete Jacqueline Lazo Vera über ihre Arbeit als Sozialarbeiterin in einem staatlichen Heim in San Felipe. Jacqueline wurde während ihrer Studienzeit in Valparaiso konkret vom „Forum für internationale Friedensarbeit“ unterstützt. Ohne das hätte sie aus finanziellen Gründen nicht studieren können.

 

Die Schülerinnen und Schüler verfolgten die Ausführungen mit großem Interesse. Insbesondere waren sie überrascht davon, wie viel sie – trotz des südamerikanischen Akzentes – von den Vorträgen verstanden hatten. Einige konnten sich darüber hinaus durchaus vorstellen, nach bestandener Abiturprüfung selbst ein freiwilliges soziales Jahr oder den Freiwilligendienst im Ausland zu machen.


Bei Interesse an der Arbeit in San Felipe steht Herr Bischoff unterstützend zur Verfügung. Im Oberstufentrakt liegen zudem Flyer zur Arbeit des Forums für internationale Friedensarbeit aus.

 Fotos: slü