LUTZ VAN DIJK WAR EINMAL MEHR GAST AN DER EKG
UND VERLEBENDIGTE EINMAL MEHR MIT SEINEM ENGAGEMENT DIE 12. JAHRGANGSSTUFE
"Überall auf der Welt gibt es Menschen, die zu Freunden werden", so Lutz van Dijk während seines eindrucksvollen Besuchs der 12. Jahrgangsstufe am 21. April.
Dem kann man auch dann zustimmen, wenn man nicht auf so eine bewegte Biographie zurück schauen kann wie eben Lutz van Dijk, die in Berlin ihren Anfang nahm, ihn dann nach New York, nach Hamburg, nach Jerusalem und Amsterdam und schließlich nach Südafrika führte. Selbst ich, der ihn vor nicht einmal sieben Jahren noch als Referendar kennen lernen durfte, ließ mich davon überzeugen, dass es halt überall auf der Welt Menschen gibt, die zu Freunden werden. Lutz van Dijk ist ein solcher Mensch und er ist zu einem Freund geworden.
Und dieses "überall auf der Welt" - dieses Bekenntnis zum Menschen selbst, der zum Freund werden kann, der eben nicht ausgegrenzt wird, weil er anders aussieht, lebt oder denkt; oder weil er an Aids erkrankt ist, ist typisch für den in Südafrika lebenden Schrifsteller und engagierten Aids-Aktivisten Lutz van Dijk, den die EKG bereits zum wiederholten Male als Gast begrüßen durfte. Wie in den vergangenen Jahren auch, galt die Einladung einem Menschen und Schrifsteller, der in seiner unmittelbaren Freundlichkeit sofort gewinnend ist und bleibt; der es versteht, Themen anzusprechen, die eigentlich ein Tabu sind, die aber in seinen Worten aufhören, ein Tabu zu sein. Wie auch in den vergangenen Jahren, war die Einladung durch EXILE Kulturkoordination e.V. möglich gemacht worden, jener Essener Einrichtung, die sich genau solche Berührungspunkte zwischen den Kulturen zum Ziel gemacht hat.

Wenn Lutz van Dijk über seine Arbeit in Südafrika spricht, dann meint das zu allererst seine Arbeit im Rahmen der durch ihn ins Leben gerufenen Einrichtung HOKISA (die Homepage berichtete bereits davon); jene Einrichtung, die ein Heim und Obdach eben für diejenigen Kinder und Jugendlichen ermöglicht, denen ansonsten in den Vorstädten Südafrikas keine Chance bleibt, zumal dann nicht, wenn sie mit Aids infiziert oder gar daran erkrankt sind.
Eine Arbeit, die ihn sichtbar bewegt, die fühlbar die gesamte zwölfte Jahrgangsstufe bewegt. Wenn er dann Fotos von denjenigen Kindern und Jugendlichen zeigt, die es real gibt, deren Nöte er kennt, ja die in ein Leben erwachsen, das ihnen jetzt endlich eine Chance bietet, dann wird deutlich, Afrika ist genau so wenig weit weg wie die Problematik Aids oder die Thematik Ausgrenzung.
"Themba" so der Held eines seiner Bücher, ist so eine Figur. Aufgewachsen mit einer an Aids erkrankten Mutter, selbst infiziert, reichte dessen Fußballbegeisterung bis in die Nationalmannschaft Südafrikas, diesem derzeit so politisch instabilen Land, das dann doch auf die WM im nächsten Jahr hofft. Und dieser junge Mann namens Themba nutzt eine Pressekonferenz nicht nur, um seine junge Karriere zu behaupten, sondern um vor der gesamten Öffentlichkeit zu behaupten, dass selbst er es als dunkelhäutiger Südafrikaner, der sich mit Aids infiziert hat, bis hierhin geschafft hat. Eine Figur wird da lebendig, die vielleicht schon im nächsten Jahr durch den 12. Jahrgang näher verfolgt werden kann, denn derzeit wird das Buch "Themba" in Südafrika verfilmt und Lutz van Dijk und mit ihm die Schüler hoffen sehr darauf, dass womöglich das nächste Jahr erlaubt, dass wir uns allesamt zur Premierenvorstellung in Essen sehen.
Warum nicht?

Menschlichkeit gibt es dann eben "überall auf der Welt" - das meint die fühlbar angesprochene zwölfte Jahrgangsstufe während dieser Begegnung, das meint einen Schriftsteller wie Lutz van Dijk, das meint eine literarische Figur wie "Themba", der weit mehr als eine entfernte literarische Figur eines entfernten Kontinents ist.
Peter Gutsche mit ausdrücklichem Dank für diesen Besuch an Lutz van Dijk!



