Da bewegt sich was!
Bima Sakti und Yassine Ratbi aus der 10D
veranstalten einen Tanzworkshop mit Schülern des 5. Jahrgangs
Eigentlich waren zwei Stunden Kunst vorgesehen. Stunden, die die Klasse 5E durchaus mag. Aber neben all den zeichnerischen Formen von Kunst, gibt’s ja da auch noch ganz andere Künste. Eine solche Kunst ist z.B. die des Tanzes.
ABER: Tanzen geht gar nicht, ist schwul, total uncool.
Ist es eben nicht.
Tanzen verlangt eine große Körperbeherrschung und dazu viel Gefühl, wie es Bima Sakti einer völlig beeindruckten Klasse 5E mehrfach sagte und dann tanzend unter Beweis stellte. Tanzen ist oder kann nämlich total cool sein!
Wie kam es dazu, dass sich da Schüler des zehnten Jahrgangs mit Schülern des fünften Jahrgangs trafen? Eigentlich einfach, wie so vieles in diesem Beruf, der halt so viele Jahrgangsstufen antrifft. Während des diesjährigen Sportfestes für die Schülerinnen und Schüler des 5. Jahrgangs lernten sich diejenigen kennen, die da zur Bewegung aufgerufen waren, und diejenigen, die als begleitende Schülerinnen und Schüler diese Bewegung festhielten, bewerteten und somit den Lehrern an diesem Tag sehr hilfreich zur Seite standen. Und die Schüler des 10. Jahrgangs waren hilfreich, zeigten sich in aller Hilfsbereitschaft und ermutigten damit auch einen neuen fünften Jahrgang, die Schullaufbahn an der EKG anzugehen. Noch während die ersten Leistungen festgehalten wurden, kam es zu der Begegnung mit Bima Sakti aus der jetzigen Klasse 10D.
„Hast du gesehen, wie cool der tanzen kann?“, war die erste Bemerkung, die schnell zur Bitte führte: „Kannst du uns das nicht beibringen?“ „Kann ich“, entgegente Bima.
Warum also nicht genau diese Begegnung nutzen? Für die beiden Schüler der Klasse 10D war die Begegnung mit den Schülern der fünften Klasse demnach nicht neu. Spontan entstand da am Tag des Sportfestes das, was sich nun als Tanzworkshop umsetzte – eine bewegende Veranstaltung, ein kleines Projekt und die Erfahrung: Eine Begegnung zwischen den Jahrgangsstufen bewegt und provoziert Bewegung. Zu tanzen, sich zu bewegen, bedeutet, den eigenen Körper gut zu erfühlen, ihn zu beherrschen, ihn mit viel Disziplin zu Bewegungen zu bringen, die dann als Resultat gar nicht nach Beherrschung aussehen. Wie aber macht man das? Wie tanzt man, wie bewegt man sich ähnlich all der Showgrößen, die da in ihren Musikvideos zu sehen sind? Wie vor allem bewegt man sich, wenn man fast das Gefühl als Betrachter hat, da tanzt kein Mensch, sondern ein Roboter?


Die Schüler Bima Sakti und Yassine Ratbi verstanden es, ausgesprochen kindgerecht und darin wirklich professionell eine Klasse zu motivieren, Bewegungsabläufe einzuüben, choreographierte Abfolgen einzustudieren und die Begegnung für viel Bewegung zu nutzen. Während ihrer letzten Schulwoche kehrten sie zudem dahin zurück, wo sie selbst vor wenigen Jahren begannen: In den fünften Jahrgang. Dass etwa Soufia Siad, Schülerin der 5E, nicht nur singen konnte, einmal mehr mit ihrer unglaublichen Stimme für Gänsehaut sorgte, sondern spontan und tanzend durch Bima begleitet wurde, das war für beide ein Gewinn und für die Zuschauer ein Ereignis.
Frau Zagozen, die als Abteilungsleiterin unvermittelt der Einladung zu dem kleinen Workshop folgte, stellte eben das fest, was den Alltag für Schüler wie den für Lehrer angenehm unterbricht und darin dann bestärkt:
„So kann Schule sein!“

Ich möchte mich im Namen meiner Klasse sehr herzlich für die spontane Bereitschaft zu einem solchen Workshop bedanken; der Dank gilt zuerst natürlich den beiden Schülern, Bima und Yassine, die ihre Sache unglaublich gut gemacht haben – der Dank gilt aber auch der Klassenleitung der 10D, Frau Kohl und Herrn Nickel, die ein solches Projekt möglich gemacht haben. Wer Yassine Ratbi übrigens einmal sehen möchte, ich herzlich eingeladen: Jeden Freitag, um 16 Uhr, bietet er für Kinder im Bürgerhaus Ost-Stadt einen Tanzkurs für Hip Hop, Free Style und andere moderne Pop- und Tanzrichtungen an.
Peter Gutsche



