Ach, wenn alles so einfach wäre, aber
Lesen lernen bedeutet viel Arbeit!!!
Lesen lehren auch!
Seit Beginn des Schuljahrs 2007/08 arbeitet die Erich Kästner-Gesamtschule (EKG) in dem Projekt ›Schulen im Team‹ (SiTe) der Mercator-Stiftung mit.
In dem vom Institut für Schulentwicklungsforschung Dortmund (ifs), Dortmund, betreuten Projekt bilden jeweils drei bis fünf Schulen, die an gleichen thematischen Schwerpunkten arbeiten, Netzwerke. Insgesamt sind ca. 40 Schulen an diesem Pilotprojekt beteiligt, in dem die Möglichkeit, Schulnetzwerke zu bilden, erprobt werden soll.
Die EKG arbeitet an dem Schwerpunkt ’Leseförderung’ und kooperiert dabei mit der
- Frida-Levy- Gesamtschule,
- der Gustav-Heinemann-Gesamtschule,
- der Gesamtschule Südund dem Grashof Gymnasium.
- Gemeinsam bilden wir das ›Netzwerk LESEN!‹.
- Das ›Netzwerk LESEN!‹ beschäftigte sich zunächst mit drei Fragen.
– Wie ist der aktuelle Stand der Wissenschaft zum Thema Lesedidaktik?
– Welche Testverfahren gibt es, die in der Schulpraxis Aufschluss über die Lesefähigkeit der Schüler geben?
– Welche Methoden und welche auf dem Markt befindlichen Materialien zu Leseförderung eignen sich für den Einsatz im Schulalltag?
Die Netzwerkkoordinatoren der EKG sind Peter Gutsche und Karl-Heinz Mauermann.
Davon ausgehend entwickelten die beteiligten Schulen zunächst für die jeweiligen fünften und sechsten Klassen Unterrichts- und Projektansätze, die zur Zeit in den Schulen erprobt werden. Wobei es für die Arbeit wichtig ist, sich zu verdeutlichen, dass die Schulen von jeweils sehr unterschiedlichen Voraussetzungen ausgehen müssen und dementsprechend auf unterschiedlichen Wegen zum gemeinsamen Ziel gelangen. Der jeweilige Prozess, erzielte Zwischenergebnisse sowie die am Anfang und Ende stehenden Auswertungen werden im Netzwerk diskutiert. Ziel ist, dass die Schulen von den Erfahrungen der anderen profitieren und deren Ansätze, sollten die Ergebnisse positiv sein, übernehmen beziehungsweise übertragen.
Die Koordinatoren des ›Netzwerks LESEN!‹ nahmen im Herbst 2007 an verschiedenen Fortbildungen teil. Eines dieser Angebote erschien ihnen so interessant, dass sie es einem größeren Kreis in den jeweiligen Kollegien zugänglich machen wollten. Sie luden Frau Professor Marion Bönnighausen ein, die an der Universität Münster zur Lesedidaktik arbeitet und forscht. Am 12.2. 2008 fand in den Räumen der EKG eine vierstündige Fortbildung statt, an der 25 Kolleginnen und Kollegen der Netzwerkschulen teilnahmen.
Am Beginn der Fortbildung stand ein Theorieblock, der den Fragen nachging, was Lesekompetenz überhaupt sei und wie man Lesekompetenz erwerben könne. Diese Fragen wurden auf der Grundlage der operativen Lerntheorie und des kognitiven Motivationsmodells beantwortet.
Das Feld der grauen Theorie wurde jedoch schnell verlassen, um zu Beispielen zu kommen, wie sich diese theoretischen Ansätze in Unterrichtspraxis umsetzen lassen. Immer wieder nahm Frau Professor Bönnighausen Bezug auf die Erfahrungen, die sie in einem mehrjährigen Projekt sammeln konnte, in dem sie mit Studenten der Essener Universität Leseförderung in achten Jahrgängen an Oberhausener Hauptschulen betreibt.
Mit der Bearbeitung von Beispieltexten, die durch die Fortbildungsteilnehmer erfolgte, gelang es ihr, Verstehensstrategien bewusst zu machen, die geübte Leser anwenden, wenn sie mit einem Text arbeiten. Ziel war, solche Strategien auch Schülern vermitteln zu können. Ein eher spielerischer Umgang mit Wörtern und Texten verdeutlichte nicht nur, wie das Verstehen funktioniert, sondern zeigte auch methodische Ansätze, wie Textverstehen mit Schülern trainiert werden kann. Wichtig bei all diesem war, Lehrern, und in der Folge auch Schülern, die Fähigkeit zu vermitteln, sich realistische Zielsetzungen für den Lernprozess vornehmen zu können. Auch hierzu wurden methodische Ansätze beispielhaft durch"gespielt".
Am Ende der Fortbildung äußerten die Teilnehmer übereinstimmend, dass sie den Nachmittag als gelungene Verknüpfung von aktuellen fachwissenschaftlichen Positionen mit einem hohen Maß von praxisrelevanten Ansätzen und konkreten Tipps ansahen.
Zu dieser äußerst positiven Einschätzung trug sicherlich auch die angenehme Atmosphäre der Mensa an der Brembergstraße bei, für die die Gastgeber gesorgt hatten. Peter Gutsche setzte hier wieder einmal um, dass zu einer Kultur des Lesens eben auch eine einladende Umgebung gehört, unterstützt durch das professionelle Catering von Frau Rischke.
Stimmen zur Fortbildung:
» … Die Fortbildung war ein Erfolg, meine Kolleginnen haben festgestellt, dass sie schon lange keine so gelungene Fortbildung mehr hatten. …« (Jutta Lindner, Gustav-Heinemann-Gesamtschule)
» … Die Weiterbildung war sehr anregend und praxisorientiert. Frau Dr. Bönnighausen hat das sehr gut gemacht. Eure Organisation vor Ort war ebenfalls bestens. Das war eine prima Empfehlung! Meine Kolleginnen waren sehr angetan und haben eine Menge Anregungen mitgenommen, die Gesprächsstoff zum Thema 'Leseförderung' an unserer Schule liefern werden.« (Martina Gaigalat, Gesamtschule Süd)
» … Frau Bönnighausen hat die Veranstaltung sehr abwechslungsreich gestaltet. … [Ich] habe mir einiges Methodische abgeguckt, was ich für meine Fachseminarveranstaltungen gut gebrauchen kann. Insofern hat sich der Nachmittag für mich richtig gelohnt. Die Bibliographie mit den Tipps ist mir sehr wichtig.« (Susanne Barth, Grashof Gymnasium)



