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Start Arbeitsschwerpunkte Schule gegen Gewalt Antirassismusprojekt: eine „gewichtige“ Veranstaltung

Antirassismusprojekt: eine „gewichtige“ Veranstaltung

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Eine durchaus 

„gewichtige“ Veranstaltung,

obwohl es vorerst nur 

um erste Kostproben einer Buch-Idee ging.

 

Die Erich Kästner-Gesamtschule eröffnet mit dem Verein Gesicht zeigen! die Internationale Woche gegen Rassismus

 

„Taub zu sein und seine Umgebung zu verneinen“ – so lautet eine Zeile eines Textes von Karim Gharbi, mit dem vor der gesamten elften Jahrgangsstufe am 10. März 2008 in der Mensa der EKG die Internationale Woche gegen Rassismus eröffnet worden ist.

Die Veranstaltung hatte durchaus ihr Gewicht, denn sie thematisierte Gewichtsfragen. Ausgehend von einem Kunstwerk sind die Schülerinnen und Schüler (erst) seit einer Woche eingeladen, sich in eigenen Texten literarisch und aufrichtig mit dem zu beschäftigen, was zum Begriff Rassismus gehört: Wie verhält es sich mit der eigenen Toleranz, wann erlebt man Ausgrenzung, wann ist man der, der ausgrenzt, wann der, der ausgegrenzt wird?

 

Ausdrückliches Ziel einer weiteren Buch-Idee der EKG ist es, denjenigen die Stimme zu geben, über die man ansonsten fast nur hört, oft gar nicht nur Gutes hört: Die jungen Erwachsenen und Jugendlichen selbst, die vor dem Hintergrund ihrer Lebenserfahrung, ihrer Hintergründe, ihrer Bildungs- und auch Migrationsgeschichte aktiv sich in den Prozess der Bewusstmachung intoleranter Strukturen einbringen sollen.

 

Und die Mensa war nicht zufällig ein gewählter Ort! Dort wird bekanntlich viel gegessen und durchaus auch geredet, dort kommt es zu Verunreinigungen, dort wird einem aber auch stets eine Serviette gereicht, um manche Verunreinigung schnell zu bereinigen. Wie aber sieht es mit all dem aus, was unsere Münder als gesprochenes Wort entlässt?

Genau darum geht es. Es geht um eine gereichte Serviette – ein Kunstwerk des in New York lebenden Künstlers Cary S. Leibowitz, die einlädt, sich schreibend einmal selbst darin zu befragen, worauf wir eigentlich besonders achten müssen, wollen wir aktiv als Schule eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sein.

 

Zweierlei muss ich für den Rest meines Lebens im Auge behalten:

mein Gewicht und meinen Rassismus.

 

So lautet die spiralförmig und scheinbar handschriftlich aufgebrachte Aussage der Serviette, die erst dann zu verstehen ist, wenn man ihrer Ausdrucksspirale gefolgt ist, wenn man also das ICH der Arbeit wird, um dann plötzlich anzuerkennen: ES GEHT TATSÄCHLICH UM MEINEN RASSISMUS!

 

oben: Der Schüler Fatih Karabelen und Projektleiter Peter Gutsche

Aufbauend auf dieser Arbeit, ja provoziert durch dieses Kunstwerk, soll ein Buch entstehen, das die erstmals während der Veranstaltung vorgestellten und gelesenen Texte beinhalten soll. Bewusst – wie auch Herr van Treeck als Schulleiter in seiner Ansprache betonte – geht es um jeden von uns selbst, um unser Leben und um unsere Lebensgeschichte. Und diesem Buch geht es um die gewichtige Frage nach dem eigenen Rassismus; nach demjenigen all derer, die heute leben und die heute ihren Platz in einer Gesellschaft suchen. Die, die da schreiben und an ersten Beiträgen arbeiten, besuchen ja schließlich alle einen Ort, der für sich in Anspruch nimmt, eine „Schule ohne Rassismus“ zu sein. So kann politische Aufklärungsarbeit durchaus in der Mensa beginnen.

 

Peter Gutsche, Projektleiter

 

oben: Emrullah Üzeyiroglu liest seinen Text.

oben: Schulleiter Leo van Treeck eröffnet das Projekt.