Lutz van Dijk – vom tätigen Leben
Einmal mehr
– Schülerinnen und Schüler des elften Jahrgangs machen sich auf nach Südafrika
Es war Hannah Arendt, die vom tätigen Leben schrieb und aufforderte, dass sich eine ethische
Lebensweise vor allem ins Leben zu übersetzen habe, dass sie dort wirkend tätig werde.
Lutz van Dijk, der in Berlin geborene Schriftsteller, dessen Leben eine spannende Reise hin
zur Aufrichtigkeit sich selbst gegenüber bedeutet, was ihn schließlich heute in Südafrika tätig leben
lässt, war am 11. September 2008 einmal mehr Gast an der Erich Kästner-Gesamtschule.
Ihm zuzuhören, ist einladend und für Schülerinnen und Schüler wie für Kollegen zutiefst motivierend.
Hier lädt kein Schriftsteller ein an den eigenen Schreibtisch, spricht leise bei gedämpftem Licht
vom Schaffensprozess seiner Literatur. Hier spricht ein wacher, ein zutiefst freundlicher Mensch
und Mann von seiner ungebrochenen Leidenschaft für den Menschen und von seinem Engagement
für diejenigen, die ansonsten am Rande der Gesellschaft stehen würden.
Seine Arbeit, seine Einrichtung HOKISA (die Homepage berichtete davon) eröffnet dem Leben ein
menschenwürdiges Leben; bietet Kindern einen Ort wahrer Kindheit und stärkt damit einem Land
die Zukunft, das vor nicht allzu langer Zeit sich gewaltlos aus der Apartheid befreite und nun bereits
wieder in politische Krisen zu schlittern scheint.

Dem Vortrag folgten eifrige Diskussionen und dem Besuch folgten vitale Nachbesprechungen im
Unterricht. Hier sollen einmal diejenigen ihren Eindruck spiegeln, die Lutz van Dijk da so aufmerksam
zuhörten, die Schülerinnen und Schüler des elften Jahrgangs selbst:
Wir waren überrascht, was er alles in der Zeit erlebt hat und wie er sich für die Menschen einsetzt.
Er hat uns viel über das Leben in Afrika berichtet. Es war sehr interessant.
Wir schätzen jetzt für uns selbstverständliche Dinge, weil uns sein Leben sehr beeindruckt hat.
Es war eine tolle Erfahrung, seinem Vortrag zu folgen und den Kontrast zwischen Afrika und Europa
zu erfahren. Viele kämpfen dort täglich um ihr Leben, damit sie etwas zu essen bekommen,
doch wir wissen es nicht zu schätzen, wie gut es uns eigentlich geht.
Er hat uns gezeigt, dass man neben teuren Autos und viel Geld noch andere bedeutungsvolle Ziele
im Leben erreichen kann.
Wir haben erfahren, wie es in Afrika wirklich aussieht und dass man schon mit einfachen Mitteln
helfen kann.
Inmitten der vor Kapstadt liegenden Townships gibt es bereits das zweite Haus, das dort einzig
aus Stein und festen Materialien herausragt und das denjenigen ein Obdach bietet,
die ansonsten unter Wellblechhütten leben und sich eine Toilette mit vierzig anderen Menschen
teilen müssen. Lutz van Dijk widmet seine Arbeit tätig Kindern und Jugendlichen, die an Aids erkrankt
sind oder die bereits infiziert in eine Welt geboren worden sind, die gerade in Südafrika diese Krankheit
noch immer tabuisiert.

An dem Gespräch nahmen folgende Kurse teil (von links):
Katholische Religion (Norbert Gassmann)
Philosophie 2 (Peter Gutsche)
Philosophie 1 ( Patrick Heinze)
(rechts) Evangelische Religion (Artur Nickel)




